Clubgeschichte und Anekdoten

Erinnerung an vor 40 Jahren: “Startknopf drücken“

Wir waren junge, enthusiastische Informatiker und meist knapp bei Kasse. Und wir liebten authentische Weine.

 

Die Diskrepanz zwischen schlechter Kasse und gutem Wein versuchten wir zu optimieren, indem wir Jungweine zu günstigen Konditionen einkauften und die Flaschen dann mal für eine gewisse Zeit einlagerten. Nur: zu den Wohnungen gehörte damals normalerweise ein Keller, der sich für die Lagerung unserer Schätze kaum eignete -betoniert, staubtrocken, warm.

 

Was lag also näher als der Gedanke, einen geeigneten Lagerraum zu suchen? Wir waren jung, unverbesserliche Idealisten und meist voller Elan. So begann alles. Und wir packten es an.

 

Nach erfolgreicher Gründung des Club de la Barrique im Dezember 1975 – schon das verlangte uns einiges ab – hatten wir doch keine Ahnung von juristischen Belangen und Gesellschaftsverträgen – fanden wir nach längerem Suchen dank eines Berufskollegen einen Altstadtkeller an der Junkerngasse. Und dann nicht irgend einen: wie sich herausstellte, gehörte das Haus der Ursula Andress.

 

Und wir bauten um: Der Keller entpuppte sich als chaotischer Lagerraum der ehemaligen Rebleuten-Apotheke. Viele hundert Stunden gingen ins Land mit Abbau und Ausräumen. Um Kosten zu sparen, fuhren wir jeweils nachts mit Bauschutt beladenem Auto durch die Stad t und entluden selben in fremde Schuttmulden. Jeweils abends nach der Arbeit versammelten wir uns mit Sandwich, Bier und vielerlei Handwerksgeräten im Keller und werkelten nach Vorgabe des Präsidenten an unserem Clubraum. Während des Umbaus verlangten wir den Hausbewohnern ein gerüttelt Mass an Wohlwollen ab. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich verzweifelt versuchte, die zweihundert Dübellöcher für den Rost an der hinteren Wand auf der Empore noch vor zweiundzwanzig Uhr dreissig fertig zu haben. Vielleicht ist das angeschlagene Täfer deshalb nicht ganz im Lot…

 

Oder die Geschichte mit der Röhre an der Decke vor dem Wandschrank: Unser Präsi, Koni Stern, wollte sie möglichst unauffällig und diskret bemalt haben. Während seiner Ferienabwesenheit entschieden dann Dani Messerli und ich auf dem Bauplatz, das Ding – wenn man es schon nicht kaschieren konnte und es sichtbar bleiben musste -mit schriller Silberfarbe zu versehen!

 

Es war schon zu dieser Zeit klar, dass ein so schöner Gewölbekeller nicht nur der Weinlagerung dienen sollte, sondern sich hervorragend für ein Clublokal eignete.

 

Und der Start glückte. Zwischenzeitlich haben sich stolze vierzig Lenze und eine ganze Anzahl Vorstandsmitglieder die Hände gereicht. Danke all den unentwegt einsatzbereiten Kolleginnen und Kollegen für ihr Engagement und die Wahrung des Clubgeistes im Sinne der Erfinder

 

Ulrich Domke, Mitgründer und bis 31.12.1994 Vorstand des Club de la Barrique