Ein Winzer stellt sich vor: Hans-Jürg Schläppi, Weingut Sérillon, Côtes du Rhône

Bereits in jungen Jahren fand Hans-Jürg Schläppi zum Wein. Im Rahmen seines Militärdienstes, den er oft in der Romandie leistete, brachten ihm seine welschen Kollegen den Wein näher. Was als fröhliche Trinkrunde begann, gipfelt heute im eigenen Weingut Sérillon an der Côtes-du-Rhône in Frankreich.

Aus Freude am Degustieren nahm Hans-Jürg Schläppi zusammen mit seiner Gattin Eva bereits Anfang der neunziger Jahre an der ersten Austragung der Schweizer Meisterschaft im Blinddegustieren teil; durchgeführt von der Weinzeitschrift VINUM. Beide schafften es im Laufe der Jahre unter die zehn besten Blinddegustatoren der Schweiz. In der Folge waren sie auch jahrelang Teil der Fachjury, die an der Berner und Basler Weinmesse Weine degustierte und prämierte. Dies erlaubte ihnen, im In- und Ausland ein reiches Beziehungsnetz in der Weinszene aufzubauen.

1987 erwarben sie ein Ferienhaus in der Gemeinde Saint Montan rund 35km nördlich von Châteauneuf-du-Pape. Saint Montant befindet sich mitten in der AOP Côtes du Vivarais. Diese ist Teil des ältesten Weingebietes Frankreichs, der Côtes-du-Rhône. Das Gut Sérillon hatte bereits damals eigene Reben, die jedoch verpachtet waren. Bald stellte sich Hans-Jürg Schläppi die Frage, ob er es nicht selber mit dem Weinbau versuchen sollte. Nach Jahren des Degustierens und Bewertens von Weinen entschloss sich das Ehepaar Schläppi, die Seiten zu wechseln und selber Wein zu keltern: ein Abenteuer nahm seinen Anfang.

Hans Jürg Schläppi, Côtes-du-Vivarais

1991 pflanzten Sie die ersten eigenen Reben (Viognier , Marsanne, Grenache, Syrah und Cabernet) und starteten mit einer Fläche von 0.5ha. Bereits am Anfang verzichtete Hans-Jürg Schläppi auf die AOP Côtes du Vivarais, damit er unabhängig von der französischen Verwaltung die ihm wichtigen Traubensorten pflanzen konnte. Anfangs wurden auch Trauben zugekauft und in 80 Liter-“Portionen“ gekeltert. Hans-Jürg und Eva Schläppi sind Autodidakten und mussten die Weinbereitung von Grund auf erlernen. Daher stand am Anfang viel Experimentieren und “learning by doing“ auf dem Programm. In den ersten Jahren entsprach das Resultat nicht immer den Ansprüchen von Hans-Jürg und Eva Schläppi, was sie aber noch mehr anspornte. Ab den Jahrgängen 1996/97 kelterten sie sehr gute Weine, die sie dann peu-à-peu zu verkaufen begannen, obwohl der Wein anfangs nur für den Privatgebrauch gedacht war.

Heute umfasst das Gut Sérillon 4ha Reben und produziert 8‘000 bis 10‘000 Flaschen Wein im Jahr. Es wurden über die Jahre Parzellen dazugekauft und auch neu bepflanzt. Die ältesten Reben sind 50 Jahre, die jüngsten 25 Jahre alt. Die Rotweine machen rund 60%, die Weissweine 30% und die Rosés 10% der Produktion aus. Die Traubensorten sind Viognier, Chardonnay, Grenache blanc, Marsanne, Carignan, Syrah, Merlot und Cabernet, um nur die wichtigsten zu nennen. Aus diesen keltert das Ehepaar Schläppi eine beeindruckende Palette von Weinen, die sie reinsortig oder auch als Cuvées abfüllen. Die Erträge liegen etwa bei 25 hl pro ha und widerspiegeln die rigorose Selektion und das Streben nach höchster Qualität. Diese befindet sich denn auch auf absolutem Spitzenniveau!

Mit diesen Zeilen lade ich Sie ein, einen Abend mit Hans-Jürg Schläppi zu verbringen. Er stellt eine Serie seiner Weine selber vor und gibt Ihnen seltene Einblicke in sein Schaffen.

Silvan Frei

Daten

Dienstag, 21. Februar 2017
Mittwoch, 22. Februar 2017
Beginn jeweils um 19.30 Uhr

Ort

In unserem Clubkeller an der Junkerngasse 38, 3011 Bern

Referent

Hans-Jürg Schläppi

Unkostenbeitrag

Fr. 30.- für Clubfreunde
Fr. 45.- für Gäste

Anmeldung

Bis spätestens 17. Februar 2017 per E-Mail an: anmeldung@labarrique.ch gemäss den Anmelderegeln für Clubanlässe.