Iris und Patrick Kissling stellen „ihr Slowenien“ vor

Kennen Sie Slowenien bzw. wissen Sie wo es liegt? Ich gebe gerne zu, dass ich selber erst einmal eine Menge zu lernen hatte: Eingegrenzt von Italien, Österreich, Ungarn, Kroatien und der Adria liegt Slowenien mit seinen knapp 2.1 Millionen Einwohnern. Es ist das erste Land des vormals jugoslawischen Vielvölkerstaates, welches der europäischen Union beitrat. Trotz der geringen Grösse weist das Land eine überraschende landschaftliche Vielfalt auf, beginnend bei den adriatischen Stränden und endend bei den Gipfeln der Julischen Alpen, angrenzend an Kärnten/ Südösterreich und an die Grenze zur Steiermark.

Slowenien Karte

Die ersten Rebstöcke wurden in diesem Gebiet schon vor rund 2’400 Jahren von den Kelten gepflanzt. Im Mittelalter wurden die Weine an den Höfen des kaiserlichen Wien und erzbischöflichen Salzburg sehr geschätzt. Der österreichische Erzherzog Johann besass bei Maribor (Marburg) einen Musterweinberg. Heute noch sind die Einflüsse der historischen und langen Zugehörigkeit zu Österreich-Ungarn zu spüren. Wie in den meisten Ländern fielen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts grosse Weinbergflächen der Reblaus zum Opfer. Erst seit etwa 10 Jahren erlebt Slowenien im internationalen Weinexport einen Aufschwung dank Kellermodernisierung und Anpassung an moderne Standards.

Das bedeutendste Gebiet für den Weinbau ist die im Osten liegende, an Österreich und Ungarn angrenzende Region Podravje (Drauland). Diese hügelreiche Landschaft liegt auf dem gleichen Breitengrad wie das Burgund und Bordeaux. Das Gebiet Prekmurje mit dem karbonhaltigen Boden steht unter spürbarem Einfluss des pannonischen Klimas – ideal für qualitativ hochstehenden Rebbau. Der älteste noch im Ertrag stehende Rebstock in Europa befindet sich übrigens in Maribor.

Rund 75% entfallen auf Weissweine, rund 25% auf Rotweine. Der slowenische Weinbau hat eine rasante positive Entwicklung aufzuweisen. Es gibt viele Kleinwinzer mit winzigen Flächen. Die Gesamtanbaufläche Sloweniens umfasst etwa 24’200 ha, also rund 60% mehr als in der Schweiz!

Vor einigen Jahren bereits lernte ich Iris und Patrick Kissling aus Basel kennen, die schon seit vielen Jahren eine grosse Affinität zu Wein haben und vor rund einem Jahrzehnt ein Weinbauprojekt in Slowenien starteten. Durch die zahlreichen Reisen in Weinbaugebiete der Welt wurde ihre Neugier zur Entdeckung von Neuem geweckt. Patrick absolvierte “nebenbei“ Ausbildungen in Wädenswil (Lehrgänge in Weinbau, Weinbereitung und Sensorik), und auch Iris erweiterte Ihr Wissen bezüglich Rebbau und Sensorik an den landwirtschaftlichen Schulen Ebenrain und Wädenswil.

Iris und Patrick Kissling, Slowenien

Heute betreiben die beiden “im Nebenerwerb“ naturnahen, modernen Weinbau in Slowenien. Dabei steht die Qualität an oberster Stelle: Nur kleine Mengen an T rauben reifen heran, werden von Hand selektioniert und geerntet. Mit modernem Wissen werden ihre Weine sorgfältig ausgebaut. Für den Fassausbau finden nur beste französische Eichenfässer Verwendung.

Die erfolgreiche Umsetzung der Weinproduktion im fernen Slowenien ist nur möglich, wenn vor Ort ein hochprofessionelles und begeisterungsfähiges Team die Vision umsetzt. Hierzu haben sie ein Team von Spezialisten mit lokalem Know-how gebildet, welches ihr Vorhaben vor Ort in die Tat umsetzt. Im Rebberg arbeitet eine lokal ansässige Familie mit grossem Engagement. Im Keller agiert ein eigener erfahrener Önologe, alle Arbeiten während des ganzen Jahres im Rebberg und Keller werden zusätzlich von einem weiteren Önologen begleitet, welcher grosse internationale Erfolge mit eigenen slowenischen Weinen ausweisen kann.

Nach mehrjähriger Aufbauarbeit konnten sie im Herbst 2015 den ersten Wein vorstellen – ein “UNIKAT“ Jahrgang 2012 (Cuvée mit einem Hauptanteil der autochthonen Sorte Sipon/Furmint). Dieser Wein genoss gleich bei der Lancierung, bei einer der wichtigsten Weinmessen in der Schweiz, beim Fachpublikum wie auch bei Weinliebhabern gleichermassen grosse Beachtung. Schon nach kürzester Zeit waren die Flaschen ausverkauft.

In der Zwischenzeit hat sich, nach einigen Jahren der Aufbauarbeit, das Sortiment erweitert. Die Philosophie bleibt aber unverändert: Alle Weine werden mit grösstem Aufwand produziert; starke Ertragsregulierung im Rebberg, manuelle Selektion des Traubengutes (Sauvignon Blanc, Welschriesling, Blaufränkisch und weitere Spezialitäten) und sorgfältigste moderne Vinifizierung im Keller bilden die Grundlage.

Iris und Patrick Kissling entwickelten neben dem eigenen Projekt eine enge Zusammenarbeit mit einem der renommiertesten Weingüter Sloweniens: Das Weingut Marof, mit modernstem Keller, erreicht mittlerweile auch international grosse Erfolge. Der Önologe Uros Valcl führt das Weingut und die Weinbereitung mit unglaublich viel Engagement. Ausgewählte Weine von Marof werden ebenfalls, exklusiv an diesem Abend, vorgestellt.

Freuen Sie sich auf einen interessanten Abend mit zwei Wein-Enthusiasten, die mit grossem Pioniergeist in Slowenien eigene Weine erschaffen und daneben mit einem der renommiertesten Güter Sloweniens eine enge Freundschaft pflegen.

Michael Kalenberg

Datum

Mittwoch, 26. April 2017
Beginn um 19.30 Uhr

Ort

In unserem Clubkeller an der Junkerngasse 38, 3011 Bern

Referenten

Iris und Patrick Kissling

Unkostenbeitrag

Fr. 30.- für Clubfreunde
Fr. 45.- für Gäste

Anmeldung

Bis spätestens 7. April 2017 per E-Mail an: anmeldung@labarrique.ch gemäss den Anmelderegeln für Clubanlässe.