Degustation Neuseeland

Neuseeland liegt im Stillen Ozean, über 2000 Kilometer südöstlich von Australien. Das Land besteht aus zwei grossen Inseln: der Süd- und der Nordinsel – beide sind je etwa 800 Kilometer lang. Das Klima ist sehr abwechslungsreich, von Aucklands subtropischer Wärme mit hoher Luftfeuchtigkeit bis zu den kühlen Temperaturen in Central Otago auf der Südinsel. Die Landschaft beider Inseln umfasst Gebirgsketten mit Gipfeln von bis zu 4’000 Meter Höhe, was das Klima stark beeinflusst. “Aotearoa“ – Land der grossen weissen Wolke – so nennen es die indigenen Maori.

Kaum eine Weinbaunation hat einen derartig kometenhaften Aufstieg hinter sich wie Neuseeland, auch wenn die Ursprünge des Weinbaus bis in die Kolonialherrschaft der Engländer ab rund 1800 zurückreichen. Wobei der Ausdruck “Weinbaunation“ vielleicht etwas übertrieben ist, schliesslich trägt Neuseeland weniger als 1% zur weltweiten Weinproduktion bei. Klein aber fein ist hier seit etwa 25 Jahren die Devise, als die Weinwelt überrascht – und insbesondere die Franzosen geschockt waren: Auf diversen Blinddegustationen u.a. in Paris von Weinen aus dem Chablis, der Loire und dem Burgund haben neuseeländische Vertreter (als “Piraten“ eingeschmuggelt) in allen drei Kategorien Chardonnay, Sauvignon Blanc und Pinot Noir höchste Bewertungen bekommen. Und das notabene in vielen Fällen von renommierten französischen Degustatoren.

Etwa 60% der rund 23.000 Hektar (zum Vergleich: Die Schweiz hat rund 15.000 Hektar) liegen auf der wärmeren Nordinsel. Die besten Qualitätsregionen dort sind Hawke’s Bay, Martinborough/ Wairapa und Gisborne.Auf der Südinsel sind Marlborough, Nelson und Central Otago sehr vielversprechend. Zu Anfang war die inTeilen fast subtropische Nordinsel das Hauptanbaugebiet des neuseeländischen Weins. Ab 1990 wurde dann auch zunehmend auf der Südinsel, mit ihren mässig warmen Sommern und milden Wintern, Wein angebaut. Zur Qualitätsweinerzeugung taugliche Reben wurden ab 1970 aus Europa importiert, wobei anfangs vornehmlich Müller-Thurgau zur Anpflanzung kam; heute ist er vollkommen bedeutungslos. Ab 1992 nahmen Chardonnay und Pinot Noir zu; spätestens seit 2000 ist es bei den Weissweinen der Sauvignon Blanc.

Der heute bekannteste Weisswein Neuseelands und zugleich die Vorzeigerebe ist der Sauvignon Blanc. Inzwischen sind rund 86% der Weinexporte aus Neuseeland Sauvignon Blanc Weine. Dieser Weisswein hat sich durch seine ganz eigene Stilistik (trocken, sehr gehaltvoll, aromatisch) auf die internationale Weinkarte katapultiert und sich zu einer eigenen, modernen, international anerkannten Weinkategorie entwickelt. Der zweite Export-Hit ist der Pinot Noir. Es werden wunderbar duftende, herrlich elegant-fruchtige Weine hervorgebracht. Sie vereinen Eleganz mit Power und viel Frucht. Der weltbekannte Weinkritiker Robert Parker bescheinigt den neuseeländischen Pinot Noirs ein besseres Preis-Leistungsverhältnis als den meisten französischen. Mit dem Pinot Noir ist Neuseeland also endgültig in der Weltspitze angekommen. Und auch Bordeaux-Verschnitte aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Malbec und Merlot gibt es, hier wird aber noch viel experimentiert.

Es lohnt sich auch weitere neuseeländische Weissweine kennenzulernen. Viele Weinliebhaber verfallen den ungewöhnlich kraftvollen und reinen Fruchtaromen. Chardonnay und Pinot Gris sind nach dem Sauvignon Blanc die wichtigsten weissen Rebsorten Neuseelands. Auch sie zeichnet die typisch neuseeländische Geschmacksfülle aus. Zusammenfassend kann man sagen, dass neuseeländische Weine über deutlich mehr Eleganz als die meisten anderen Tropfen aus der sogenannten Neuen Welt (Australien, Südamerika, Südafrika) verfügen.

Älteste Weinkellerei Neuseelands: Te MataVon Ende November bis Mitte Januar bin ich durch Neuseeland gereist und habe viele interessante Weinbegegnungen gehabt. Eine Auswahl möchte ich Ihnen gerne vorstellen – dabei werden wir auch verschiedene Stile innerhalb der einzelnen Rebsorten degustieren. Lassen Sie sich meine Entdeckungen, zusammen mit vielen interessanten Informationen und einigen Anekdoten zum Land und den Winzern von meiner Reise nicht entgehen! Ich freue mich auf Sie!

Michael Kalenberg

Daten

Mittwoch, 13. September 2017
Donnerstag, 14. September 2017
Beginn um 19.30 Uhr

Ort

In unserem Clubkeller an der Junkerngasse 38, 3011 Bern

Referent

Michael Kalenberg

Unkostenbeitrag

Fr. 60.- für Clubfreunde
Fr. 75.- für Gäste

Anmeldung

Bis spätestens 5. September 2017 per E-Mail an: anmeldung@labarrique.ch gemäss den Anmelderegeln für Clubanlässe.